Am Montag, 25. November 2024, hatten 60 Schülerinnen und Schüler der 10. Klassen der Hans-Böckler-Realschule Bochum die Möglichkeit, einen sogenannten Trialog über den Nahostkonflikt mit Shai Hoffmann und Nadine Migesel zu führen.
Shai Hoffmann, der deutsch-jüdische Wurzeln hat, engagiert sich in zahlreichen zivilgesellschaftlichen Projekten. Er ist einer der Initiatoren des Trialogs, der als multiperspektivisches Gespräch zum Thema Nahostkonflikt dient. Nadine Migesel ist palästinensische Israeli mit arabischen Wurzeln und Gründerin der Gruppe „Palestinians and Jews for Peace“.
Die Veranstaltung diente vor allem dem Austausch über die Emotionen aller Anwesenden, die der Nahostkonflikt hervorruft. Zahlreiche Schüler*innen der Hans-Böckler-Realschule haben selbst einen Migrationshintergrund, nicht wenige haben familiäre Bezüge in den Nahen Osten. Shai Hoffmann und Nadine Migesel schufen mit dem Trialog einen sogenannten „Brave Space“, der Raum für verschiedene Meinungen, Perspektiven und vor allem die Gefühle der Schülerinnen und Schüler bot. Sie beantworteten die Fragen der Teilnehmenden, teilten ihre persönlichen Erfahrungen und erweiterten so das Wissen aller über den Nahostkonflikt.
Für die Schülerinnen und Schüler bot die Veranstaltung die Chance, die eigene Sichtweise zu reflektieren und offen über Emotionen zu sprechen. Diese werden maßgeblich durch Eindrücke von Social Media oder persönliche Berichte von Familienmitgliedern vor Ort bestimmt. Einige Schülerinnen und Schüler berichteten auch von eigenen Erfahrungen mit dem Krieg. Lou Beckmann, Schülerin der 10a, sagte im Anschluss der Veranstaltung: „Ich fand es sehr lehrreich, die zwei verschiedenen Seiten des Konflikts mitzuerleben und die Meinungen und Ängste der Betroffenen zu verstehen“.
Der Klassenlehrerin der 10c, Birsen Celebi, die die Veranstaltung initiierte, war es wichtig einen Beitrag zur „Friedenserziehung zu leisten, Hass entgegenzuwirken und Verständnis für die verschiedenen Perspektiven der Akteure zu wecken.“
Der 2. Konrektor der Hans-Böckler-Realschule, Frank Schaller, der die Veranstaltung mitorganisierte, betonte: „Die Schülerinnen und Schüler haben nicht nur neue Einsichten in die Komplexität des Nahostkonflikts gewonnen, sondern auch gelernt, wie wichtig es ist, zuzuhören und unvoreingenommene Fragen zu stellen. Nicht wenige Schülerinnen und Schüler kamen erstmals überhaupt mit einer Person mit jüdischen Wurzeln in direkten Kontakt. Durch den Austausch konnten wir ein tieferes Verständnis für die Situation im Nahen Osten entwickeln und gegenseitige Empathie fördern.“
Weitere Informationen finden Sie unter diesem
Link.